„Die beliebte Currywurst als vegane oder Fleischvariante inklusive Pommes Frites und Krautsalat kostet somit ab dem 1. April für Studierende 4,20 EUR anstatt wie bisher 3,80 EUR“, nennt Prof. Dr. Jörg Magull, Geschäftsführer des Studierendenwerks, ein Preisbeispiel für die unausweichlichen Preiserhöhungen.
Die Erhöhung der Essenspreise für alle Besucherinnen und Besucher der Mensen erfolgt zum einen vor dem Hintergrund zweier Tarifsteigerungen im niedersächsischen Landestarifvertrag für den öffentlichen Dienst: Zum 1. November 2024 waren Gehaltssteigerungen in Höhe von 4,8 % fällig geworden, zum 1. Februar 2025 weitere Steigerungen um 5,5 %. Das Studierendenwerk wendet den Tarifvertrag der Länder (TV-L) an und trägt die steigenden Tarifkosten eigenständig, ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung von außen.
Zum anderen teilte der Lieferant für Fernwärme dem Studierendenwerk mit, dass eine 50-prozentige Verteuerung anstehe.
Doch damit nicht genug des Kostendrucks: Schließlich hätten sich auch die Einkaufspreise für Fleisch sowie vegetarische und vegane Lebensmittel empfindlich erhöht, führt Magull aus. „Wir fragen uns, wie wir das kompensieren sollen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Finanzhilfe, die wir vom Land als wichtigste und tragende Säule unserer Leistungen erhalten, schon mehrere Jahre zu knapp bemessen ist und eine Erhöhung sich nicht andeutet“, so der Geschäftsführer.
Bereits am 7. März hatten sich die fünf niedersächsischen Studierendenwerke mit einem gemeinsamen, eindringlichen Appell an die Landespolitiker gewendet, dass nur eine substantielle Erhöhung der Finanzhilfe bewirken könne, die realen Kostensteigerungen der letzten Jahre auszugleichen.
Zum Hintergrund:
Im Jahr 2024 erzielte das Studierendenwerk Gesamteinnahmen in Höhe von 24,152 Mio. EUR. Diese setzten sich aus verschiedenen Quellen zusammen, darunter Mieteinnahmen, Essensverkäufe, Finanzhilfen und Studierendenwerksbeiträge.
Das Land Niedersachsen unterstützte das Studierendenwerk mit einer Finanzhilfe von 4,061 Mio. EUR. Diese Summe reichte jedoch nicht aus, um das Defizit in der CampusGastronomie auszugleichen. Daher mussten zusätzlich 1,893 Mio. EUR aus den Studierendenwerksbeiträgen zur Finanzierung der Mensa-Angebote verwendet werden.
Trotz dieser Mittel blieb die CampusGastronomie weiterhin defizitär und schloss das Jahr mit einem Minus von 2,959 Mio. EUR ab. Insgesamt trugen die Studierenden mit ihren Beiträgen in Höhe von 6,433 Mio. EUR deutlich mehr zur Finanzierung des Studierendenwerks bei als das Land Niedersachsen mit seiner Finanzhilfe von 4,061 Mio. EUR.



