Das 50 Jahre alte Gebäude musste energetisch, brandschutztechnisch und infrastrukturell dringend auf den derzeitigen Stand der Technik gebracht werden. Konkret bedeutete dies: Fassadenplatten, Fenster, Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen wurden erneuert. Darüber hinaus wurde der Brandschutz auf den Stand aktueller Vorschriften gebracht, bauphysikalische Mängel beseitigt und die Aufzüge erneuert. Das alte Mobiliar und die Fußböden wurden komplett ausgetauscht und die Bäder saniert, um Zimmer in einem modernen Standard anbieten zu können.
Ein Bauabschnitt betraf dabei jeweils einen Wohnturm, also rund ein Drittel der Zimmer der insgesamt 418 Wohnheimplätze. Je nach Verfügbarkeit wurden individuelle Umzugsmöglichkeiten in andere Wohnheime angeboten und organisiert.
Die Leiterin des Gebäudemanagements des Studierendenwerks, Carmen Heine, lobt die überwiegend regional ansässigen Planungsbüros und Handwerksbetriebe für die Bewältigung der Herausforderung „Sanierung RoKo 38“. Für die Arbeiten am Wohngebäude habe es stets nur Teilentmietungen gegeben, so dass im gesamten Bauablauf die Belange verbliebener Mieter immer zu berücksichtigen waren. „Ohne die gute Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten und das konstruktive Miteinander mit dem Bauordnungsamt und der Berufsfeuerwehr Göttingen wäre das Projekt so nicht umsetzbar gewesen“, so Heine.
„Dies war die größte Sanierungsmaßnahme eines Wohnheimes, die je im Studierendenwerk stattgefunden hat,“ beschreibt Prof. Dr. Jörg Magull, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Studierendenwerks, die Dimensionen des Projektes. Er erinnert gleichzeitig an die Baukosten in Höhe von 38,9 Millionen Euro für die am 5. Mai 2025 eröffnete Mensa CGiN auf dem Nordcampus: „Das Studierendenwerk hat allein für diese beiden Mammutprojekte in den vergangenen vier Jahren 67,6 Millionen Euro in die studentische Infrastruktur investiert.“
Nach den Investitionen für die Gebäudesanierung des Robert-Koch-Wohnheims mit Kosten in Höhe von 28,7 Millionen Euro wurde das Studierendenwerk auch in dessen direktem Umfeld aktiv: „Wir haben den Haupteingang durch eine Rampe barrierefrei gestaltet, die Briefkastenanlage nach außen verlegt und 418 Fahrradstellplätze geschaffen. Um die Gemeinschaft im Wohnheim zu fördern, bieten wir nun ein top saniertes Nebengebäude mit großzügigen Räumlichkeiten“, so Magull.
„Das Nebengebäude bietet einen Partyraum und einen großen Gemeinschaftsraum“, führt der projektverantwortliche technische Mitarbeiter des Studierendenwerks, Fabian Moebes, aus. Zum Partyraum gehören eine Theke und Toilettenanlagen, der Gemeinschaftsraum bietet Tische und Stühle, einen großen Spiegel und Lagermöglichkeiten für Musik- oder Sportequipment.
Rund um das Hauptgebäude verläuft die Feuerwehrumfahrt. Auf der Gebäuderückseite gibt es drei Zugänge, die jeweils zu Rettungstreppenhäusern führen. Bereiche wurden begrünt, Baumbestand ergänzt, Rabatten und Wege neu angelegt sowie Pflasterarbeiten durchgeführt. Müll sammeln die Mieterinnen und Mieter getrennt, in fünf einzelnen Abschnitten. Stellplätze für Fahrräder gibt es unter freiem Himmel, überdacht sowie in der abschließbaren, rund 109 Quadratmeter großen Halle. Sogar vier Stellplätze für Motorräder oder Motorroller sind auf dem Außengelände vorhanden. So bleibt kaum ein Wunsch für die studentische Nutzung offen.



