„Zwar konnten wir zum 1. September und 1. Oktober 2025 730 neue Mietverträge schließen. Aber leider sind zum 12. September 2025 noch immer insgesamt 2.789 Bewerbungen offen“, informiert Prof. Dr. Jörg Magull, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Studierendenwerks Göttingen, zur nach wie vor prekären Wohnsituation der Göttinger Studierenden.
Mit Einzugswunsch zu Mitte Oktober und dem beginnenden Wintersemester 2025/26 standen am Stichtag 12. September 2025 immer noch 2.135 Bewerbungen auf der Warteliste. „Das bedeutet 2.135 Mal Enttäuschung. Ein wirklich trauriger Wert. Wie gern hätten wir hoffnungsvollere Zahlen präsentiert und lesen am Mangel bezahlbaren Wohnraums für Studierende nun einmal mehr ab, wie dringend eine planbare, solidere Finanzierung der Studierendenwerke wäre“, so Magull.
576 Bewerbungen liegen schon jetzt für spätere Einzugstermine in den Jahren 2026 und 2027 vor. Was auf den ersten Blick skurril anmutet, macht jedoch Sinn: Bewerbungen weit vor einer poten-tiellen Aufnahme eines Studiums in Göttingen sind möglich und können zu einer günstigen Wartelistenposition verhelfen, wenn das Studium tatsächlich konkret wird.
Die Versorgungsquote mit Wohnheimplätzen durch das Studierendenwerk beträgt in Göttingen aktuell circa 16 Prozent. Der Wert ergibt sich durch die Studierendenzahlen der drei Göttinger Hochschulen mit insgesamt rund 28.800 Studentinnen und Studenten.
Ungebrochen an der Universität ist der Trend zur Internationalisierung. Bereits seit 2022 steigt die Wohnnachfrage internationaler Studierender deutlich an. Die Zahl neuer Bewerbungen vom 1. Januar bis zum 12. September 2025 weist 2.172 internationale Studierende und 2.708 inländische Studierende aus, die beim Studierendenwerk Göttingen auf faire Mietbedingungen und -höhen hoffen.
„Angesichts knapper Wohnheimplätze wäre die Schaffung von mehr Wohnraum für Studierende, zum Beispiel durch energiesparende Neubauten, der richtige Weg. Aber die Förderkulisse dafür ist unverändert düster“, betont Geschäftsführer Magull.
Wer einen Wohnheimplatz ergattert hat, erlebt beim Studierendenwerk preisgünstiges, vielfältiges Wohnen: So unterschiedlich wie die Wohnheime sind auch die Wohnformen: Einzel- oder Doppelappartements, Einzelzimmer in Flur- oder Hausgemeinschaften, Gruppenwohnungen oder Wohnungen für Studierende mit Kind – in historischen Fachwerkhäusern in der Innenstadt über Wohnheimbauten der 60er und 70er Jahre bis hin zu modernen Appartementanlagen.



